Subwoofer und Design-Sitzmöbel fürs Heimkino selber bauen
Bitte beachten Sie diese rechtlichen Informationen, die integraler Bestandteil dieses Beitrags sind.
YouTube – Video 1
Subwoofer und Design-Sitzmöbel für das Heimkino selber bauen
Ein Subwoofer, der aussieht wie ein edles Möbelstück – und klingt, als wäre er doppelt so groß? Genau das ist dieses Projekt. Die kompakte Bassbox aus Multiplex liefert nicht nur satten, präzisen Tiefbass fürs Heimkino, sie ist gleichzeitig ein stabiles Design-Sitzmöbel fürs Wohnzimmer. Zwei Fliegen mit einer Klappe: mehr Klang, kein zusätzliches Technik-Monstrum im Raum. In zwei Videos zeige ich dir Schritt für Schritt, wie der Subwoofer entsteht – von der Außenhülle bis zum fertigen Innenausbau.
YouTube – Video 2
Warum einen Subwoofer selber bauen?
Fertige Subwoofer gibt es wie Sand am Meer – warum also selber bauen? Ganz einfach: Beim Eigenbau bestimmst du Klang, Größe, Form und Optik selbst. Statt einer schwarzen Kiste, die irgendwo im Eck versteckt werden muss, entsteht ein Möbelstück, das sich sehen lassen kann und auf dem man tatsächlich sitzen darf. Dazu kommt der Preis: Für das Geld, das ein vergleichbar klingender Marken-Subwoofer kostet, bekommst du hier hochwertige Einzelkomponenten und das gute Gefühl, es selbst gebaut zu haben.
Dieser Subwoofer darf in keinem Heimkino und in keinem Soundsystem fehlen! Viele weitere Hintergrundinformationen zum Thema gibt es im Beitrag „Subwoofer selber bauen oder kaufen?“
Die Technik im Überblick
Das Herz des Subwoofers bilden ein IMG Stageline Basslautsprecher und ein Digitalverstärker von Monacor International – natürlich lassen sich auch andere Komponenten verwenden.
Das Spannende an diesem Projekt: Obwohl es sich um einen eher kleinen Subwoofer handelt, macht er ordentlich „Druck“. Das liegt vor allem daran, dass Gehäuse und Lautsprecherchassis exakt aufeinander abgestimmt sind. Und hier steckt ein cleverer Kniff im Detail: Durch den extrem großen Hub der Membrane genügt ein 8-Zoll-Chassis – bei dieser Gehäusegröße würde man üblicherweise zu 10 oder gar 12 Zoll greifen. Der große Hub bewegt dieselbe Menge Luft wie eine größere Membran mit kleinem Hub, braucht dafür aber deutlich weniger Einbaufläche. So bleibt das Gehäuse kompakt genug für ein Sitzmöbel.
Klang – ehrlich betrachtet
Physik lässt sich nicht überlisten: Der große Membranhub bringt ein kleines Delay mit sich – größere Wege brauchen eben etwas mehr Zeit. Moderne Soundsysteme und AV-Receiver gleichen diese Laufzeit problemlos aus. Auf der anderen Seite entsteht durch genau diese Bauweise ein außergewöhnlicher, druckvoller Klangcharakter.
Aber: Klang ist und bleibt Geschmackssache – am Ende zählt, was in deinem Raum und für deine Ohren gut klingt. Deshalb gilt wie immer: selbst ausprobieren!
Der wichtigste Tipp für den Nachbau
Wer den Basslautsprecher nachbaut, sollte die Bassreflexöffnung um circa 15–20 % größer dimensionieren als in der hier gezeigten Ausführung. Der Grund: Im oberen Leistungsbereich werden bei der Original-Dimensionierung Strömungsgeräusche im „Windkanal“ hörbar. Im Alltag fallen diese Geräusche zwar kaum auf, weil Hoch- und Mitteltöner der übrigen Lautsprecher sie überlagern – mit der größeren Öffnung bist du aber von vornherein auf der sicheren Seite.

Aufstellung und Raumakustik
Gedacht ist der Subwoofer, um zu schwache oder von den übrigen Lautsprechern nicht darstellbare tiefe Bässe auf angenehme Weise anzuheben. Dabei arbeitet er so dezent, dass es nicht gleich Streit mit den Nachbarn gibt – diese Bassbox reißt nicht das Haus ab, sondern fügt sich harmonisch ins Gesamtklangbild ein.
Ein paar Praxis-Tipps für die Aufstellung:
- Position entscheidet: Je nach Raumgeometrie klingt derselbe Subwoofer an verschiedenen Stellen völlig unterschiedlich. Ecken verstärken den Bass, freie Aufstellung macht ihn präziser.
- Der „Kriechtest“: Stelle den Subwoofer an deinen Hörplatz, spiele basslastige Musik und krieche durch den Raum – dort, wo der Bass am besten klingt, ist der ideale Aufstellort.
- Mehrere Subwoofer: In größeren oder ungünstig geschnittenen Räumen können mehrere Subwoofer sinnvoll sein. Dann heißt es geschickt positionieren, damit es nicht zu unschönen Überlagerungen und stehenden Wellen kommt – das Gehäuse wurde zwar daraufhin optimiert, die Raumakustik spielt aber immer mit.
Das zeigen die beiden Videos
Video 1: Herstellung der Außenhülle des Subwoofers – vom Zuschnitt bis zum fertigen Korpus.
Video 2: Der komplette Innenaufbau – und der fertig eingebaute Subwoofer in Aktion.
Die Baupläne gibt es im Downloadbereich.
Material und Alternativen
Das Gehäuse ist komplett aus Multiplex gefertigt – ein Material, das gleich drei Stärken mitbringt: Es ist formstabil, akustisch „ruhig“ und sieht mit seinen sichtbaren Schichtkanten auch noch richtig gut aus. Genau deshalb taugt die Bassbox gleichzeitig als dekoratives und sehr stabiles Sitzmöbel.
Anstelle des IMG Stageline Basslautsprechers kann auch der beliebte Tangband-Basslautsprecher verwendet werden. Wichtig ist nur: Chassis und Gehäusevolumen müssen zueinander passen – wer ein anderes Chassis einsetzt, sollte die Gehäuseabstimmung entsprechend prüfen.
Anschließen lässt sich der Aktiv-Subwoofer an jeder normalen HiFi-Anlage oder jedem Gerät mit NF-Ausgang. Je nach verwendetem Verstärker kann die Bassbox auch am Lautsprecherausgang einer HiFi-Anlage oder jedem anderen Soundsystem betrieben werden.
Holzbearbeitung wie vom Schreiner – mit selbst gebauten Helfern
In den beiden Videos stecken nebenbei jede Menge Holzbearbeitungs-Know-how: Gezeigt werden Gehrungsschnitte und wie Schlitz- und Zapfenverbindungen auf der Kreissäge hergestellt werden.
Außerdem kommt der selbst gebaute Schiebeschlitten für die Kreissäge zum Einsatz. Durch diese selbst gebauten Tools lässt sich die Bassbox äußerst exakt bauen – die sechzehn langen Gehrungsschnitte des Gehäuses passen beim Zusammenbau auf Anhieb.


Vom Lautsprecher zum Möbelstück
Je nach Designausführung lässt sich das Gehäuse als Sitzmöbel oder als beliebiges anderes Möbelstück anfertigen – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Und wer es noch dezenter mag: Der Subwoofer und alle weiteren Lautsprecher lassen sich im Wohnzimmer oder Heimkino auch auf dem Boden, im Boden, in der Decke, in der Wand oder in Vertäfelungen integrieren – für ein Heimkino, bei dem man die Technik hört, aber nicht sieht.
Häufige Fragen
Brauche ich Vorkenntnisse für den Nachbau?
Grundkenntnisse im Umgang mit der Kreissäge solltest du mitbringen. Alle speziellen Techniken – Gehrungsschnitte, Schlitz- und Zapfenverbindungen, Arbeiten mit dem Schiebeschlitten – zeige ich Schritt für Schritt in den verlinkten Videos und Beiträgen.
Kann ich ein anderes Lautsprecher-Chassis verwenden?
Ja. Neben dem IMG Stageline eignet sich zum Beispiel der beliebte Tangband-Basslautsprecher. Wichtig ist, dass Chassis und Gehäusevolumen zusammenpassen – sonst verschenkst du Klangpotenzial.
Wie kräftig ist der Subwoofer wirklich?
Trotz kompakter Größe und 8-Zoll-Chassis liefert er dank des großen Membranhubs und des abgestimmten Gehäuses einen Tiefbass, den man sonst von deutlich größeren Boxen erwartet. Er ist auf harmonischen, präzisen Klang ausgelegt – nicht auf Disco-Pegel.
Wo finde ich die Baupläne?
Die kompletten Baupläne stehen im Downloadbereich der Website bereit.


























